Mittwoch, 28. August 2013

Tagesbriefing 28.08.2013 + Schlagkraft syrische Marine

Syrien

Nachdem ich gestern auf die Schlagkraft der syrischen Luftwaffe eingegangen bin, gehe ich heute auf die syrische Marine ein. Davor noch ein paar Sätze zur psychologischen Kriesführung um die Zustimmung der Bevölkerung in den NATO-Staaten.

Bilder von Kindern in Not, schwangeren Frauen, Greisen, Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung. Die Presse und die Politik versucht dem Leser, Zuschauer und Zuhörer zu vermitteln, dass es keinen anderen Ausweg gibt als einen humanitären, chirurgischen Einsatz. Baschir al Assad wird, wie vorher Gaddfi und Milosevic "hitlerisiert", zum Inbegriff des bösen stilisiert. Diese relative Gleichschaltung kennen wir aus den Vorbereitungen aller Kriege, welche die USA geführt haben. Sei es die Inkubatorlüge vor dem zweiten Golfkrieg, den Chemiewaffen vor dem dritten Golfkrieg, den Luftangriffen Gaddafis auf seine eigene Bevölkerung. Kriegspropaganda ist in Deutschland nicht erlaubt, ist aber in den NATO Staaten perfider als zur NAZI-Zeit. Das Problem liegt darin begraben, dass man den Angriff auf souveräne Staaten als Wohltat und von den einheimischen gewollt darstellt, sie also als Weltpolizist von ihrer Regierung und Souveränität befreit.

Die NZZ schreibt heute hierzu

" Was denkt die Bevölkerung?

Im Kongress scheint man vor allem darauf zu bestehen, an der Entscheidung beteiligt zu werden. Inhaltlich ist keine vehemente Ablehnung eines begrenzten Schlags zu erwarten. Die amerikanische Öffentlichkeit hatte laut einer Umfrage des Pew Research Center vom Juni bereits nach dem ersten, noch viel vorsichtiger geäusserten Verdacht auf einen Giftgaseinsatz des syrischen Regimes im April mit einer Mehrheit von 45 Prozent eine amerikanische Intervention gutgeheissen. 31 Prozent der Befragten waren dagegen, und 23 Prozent hatten keine Meinung. Die jüngsten Bilder vom Tod und Leid syrischer Kinder dürften die Zustimmungsraten eher vergrössert haben, aber neue Umfragen liegen noch keine vor. "

Persönliche Meinung

In einer Demokratie geht es darum Zustimmung zu erhalten. Aber was ist, wenn diese Zustimmung auf Unwahrheiten begründet ist ? Die stimmen aus den sechziger Jahren klingen in meinem Ohr: "Papa, warum hast Du damals nichts getan."

De jure hat der UN-Sicherheitsrat das Gewaltmonopol und nicht die NATO und nicht die USA.
De facto ist dieses System schon lange zu den Akten gelegt. Ich rate jedem für sich zu prüfen, ob die gezeigten Bilder echte Beweise sind Zeit und Ort stimmen. Vor allem vermisse ich den Grund unbedingt Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Warum sollte man das tun, vor allem, wenn die Lage es nicht erforderlich macht. In den Bundesdeutschen Medien wird diese Frage nicht gestellt ! In Österreich und der Schweiz ist man weiter und diskutiert diese Frage, ohne das man dort eine Antwort gefunden hat.

Es ist ein wenig wie bei den Hexenjagden. In der One World ohne militärischen für die USA wird es so manche Hexenjagd geben. Das war immer so, wenn ein Staat Menschen unterdrückt.

Schlagkraft der syrischen Marine

Die Marineinfanterie, welche wie der Rest der Marine in das Heer eingegliedert ist, umfasst in Friedenszeiten 700 Soldaten + deren Offiziere. Es dürften im Augenblick mehr Personen beteiligt sein, da auch Reservisten eingezogen wurden. Ein Großteil wird zur Sicherung der vier Marinebasen Baniyas,  Minat al Baida, Latarkia und Tartuns eingesetzt, sowie für weitere Sicherungsaufgaben.

Die oft erwähnten drei Korvetten der syrischen Marine sind U-Jagdboote des Petja-Klasse und nicht dazu geeignet Überwasserschiffe oder Flugzeuge zu bekämpfen. Deshalb gehe ich hier nicht weiter auf diesen Schiffstyp ein.

Neben weiteren kleinen Einheiten zur Minensuche und dem Legen von Minen, kann allein das Schnellbootpotential gegnerischen Marinen Probleme bereiten, wenn größere Verbände nur kleinere Verluste in Kauf nehmen würden, nach heutigem Stand der Abwehrsysteme. Die OSA-Schnellboote sind mit 40 Knoten relativ schnell und können sich dank ihrer Bauweise in unmittelbarer Küstennähe vor dem Gegnerischen Radar verbergen. Auf offener See werden sie leicht erfasst und stellen daher bei ausreichendem Abstand zur Küste keine Gefahr dar. Eine seegestützte Luftabwehrkomponente gibt es in maßgeblicher nicht.

Die Bewaffnung setzt sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Typen der SS-N-2 "Styx" (Seezielflugkörper) auseinander. Wenn auch schon über sechzig Jahre alt, verfügt dieser Flugkörper über die Fähigkeit sein Ziel im Tiefflug auf Wasserlinienniveau anzufliegen. Die Reichweite liegt bei 150 km +/- 20 % je nach Version.




 Fazit

 Hält man sich hingegen auf Abstand zur Küste von 500 km hat man weder von der Luftwaffe, noch der syrischen Marine einen Angriff zu befürchten. Einzig die U-Boote können für eine kleine Überrschung sorgen


Alle Angaben Jane`s + diverse Fachliteratur.